Sunna-Hadith
Hadithwissenschaften und -Sammlungen
 

Al-Kutub as-Sitta: Die Sechs Hadithbücher

Der Begriff „al-Kutub as-Sitta" ist arabischer Herkunft und setzt sich aus den beiden Wörtern „kutub" („Bücher") und „sitta" („sechs") zusammen und bedeutet „Die sechs Bücher".

Hadith bilden die zweite der beiden wichtigsten Quellen der islamischen Religion, die Sunna. „Al-Kutub as-Sitta" ist der allgemeine Name für die sechs Hadithbücher, welche die vertrauenswürdigsten (authentischsten) Hadith in zusammenhängender Form beinhalten. Diese nach dem Koran als die authentischsten Quellen akzeptierten sechs Bücher setzen sich aus den Werken von Bukhari und Muslim, beide mit dem Titel al-Dschamiu´s-Sahih und den Werken von Abu Dawud, Tirmidhi, Nasai und Ibn Madscha, den sogenannten Sunan, zusammen.

Auch wenn es Gelehrte gibt, die anstelle des Buches von Ibn Madscha das Buch von Imam Malik oder Darimi als das sechste Buch der „al-Kutub as-Sitta" akzeptieren, wird generell das Buch von Ibn Madscha als das sechste Buch angenommen.

Die Entstehung der Kutub as-Sitta

 

Das als das goldene Zeitalter der Hadithwissenschaften bekannte dritte Jahrhundert nach der Hidschra hat aus Sicht der Erforschung der islamischen Wissenschaften und im Besonderen für die Erforschung der Hadithwissenschaften eine besondere Bedeutung. In diesem Jahrhundert wurden die als die „beiden authentischsten, vertrauenswürdigsten" (Sahihayn) bekannten Bücher von Bukhari und Muslim nacheinander verfasst und waren schon zu Lebzeiten ihrer Verfasser weit bekannt.

Der Gelehrte Said b. Sakan (gest. 353 H/964 n. Chr.), welcher ungefähr ein Jahrhundert nach ihnen lebte, stellte schon damals fest, dass die Bücher der Gattung der Dschami von Bukhari und Muslim einerseits und die Werke der Gattung Sunan von Abu Dawud und Nasai andererseits die Fundamente des Islam bilden. Später wurden diesen Werken das Werk Sunan von Tirmidhi hinzugefügt und diese Werke wurden dann die „fünf Fundamente" (al-usul al-hamsa) genannt. Es gibt keine Erkenntnisse darüber, wann und von wem die Gruppe dieser fünf Werke zuerst so zusammengestellt wurde. Es wird in den Quellen lediglich davon berichtet, dass das Werk von Tirmidhi ab dem 5. Jahrhundert der Hidschra auf reges Interesse stieß und sich einen Platz in der Liste dieser fundamentalen Bücher verschaffen hat.

Gegen Ende des 5. Jahrhunderts wurde diesen als die fünf Fundamente (usul-i hamsa) genannten Büchern das Werk Sunan von Ibn Madscha hinzugefügt. Somit wurden die aus den beiden Sahih (von Bukhari und Muslim) und den vier Sunan (von Abu Dawud, Tirmidhi, Nesai und Ibn Madscha) zusammengesetzten sechs Bücher erstmals von Abul Fazl Mohammed b. Tahir al-Maqdisi (gest. 507/1113) als al-Kutub as-Sitta benannt. Seit dem 7. Jahrhundert der Hidschra wurden diese sechs Bücher in der Hadithwissenschaft allgemein die Kutub as-Sitta genannt.

Die Kutub as-Sitta und ihre Verfasser

 

1. Bukhari und sein Werk

 

Mohammed b. Ismail b. Ibrahim al-Bukhari wurde im Jahr 194 H (810 n. Chr.) in Bukhara geboren. Mit zehn Jahren zeigte er reges Interesse an Hadith und begann, diese auswendig zulernen.

Nachdem er von den Gelehrten in seiner Heimat unterrichtet worden war, begab er sich in die damaligen wichtigen Zentren des Wissens wie Damaskus, Basra, die arabische Halbinsel, Kufa, Bagdad und Ägypten, um sein Studium fortzuführen.

Die Gesamtzahl der Lehrer, bei denen er Unterricht hatte, wird mit tausend beziffert. Nach seiner eigenen Aussage belaufen sich die von ihm auswendig gelernten Hadith auf dreihunderttausend, von denen hunderttausend authentisch sind.

Am Ende seiner vierzig Jahre währenden Reise für die Wissenschaft ließ er sich in Khartank bei Bukhara nieder und starb mit 62 Jahren im Jahre 256 H (870 n. Chr.).

Das Hadithwissen von Bukhari, der einer der größten Gelehrten seiner Epoche war, wurde mehrmals überprüft. Einmal wurden sowohl die Überlieferer (Rawi) in der Überlieferungskette (Sanad) als auch die Hadithtexte von ungefähr hundert Hadith vermischt und Bukhari vorgelegt. Daraufhin wurde er gefragt, was er zu diesen Hadith sagen könne. Bukhari hat alle Hadith auswendig berichtigt und sich dabei die Hochachtung der Fragenden erworben. Diese mehrere Male und von verschiedenen Personen durchgeführten Kontrollen haben ihm einen berechtigten Ruhm, ein hohes Ansehen und eine bedeutende Stellung unter den Gelehrten gebracht.

Bukhari hat mit dem Verfassen von Büchern bereits in seiner Studienzeit begonnen. Unter seinen Werken von kleinem oder großem Umfang wie Tarikh, Adabu´l-Mufrad und ad-Duafa hat sein als erstes Buch der sechs Hadithbücher anerkanntes Buch Dschamiu´s-Sahih (Sahihu´l-Bukhari) eine besondere Stellung.

Ausgehend von einer Anregung seines Lehrers Ishaq b. Rahuya (gest. 238 H /852 n. Chr.), welcher Folgendes gesagt haben soll: „Eine Person möge in den Vordergrund treten und ein Werk verfassen, das die authentischen Hadith in sich versammelt ...", hat Bukhari ungefähr ein Viertel seines Lebens damit verbracht, sein Werk mit großem Eifer und besonderer Gründlichkeit zu verfassen. Das schöne Resultat seiner Sorgfalt und Gründlichkeit war ein Werk, welches als das vertrauenswürdigste Buch nach dem Koran den Gefallen der islamischen Gelehrten fand.

Bukhari hat 7275 Hadith in sein Werk aufgenommen und diese nach Themen sortiert und angeordnet. Anstatt ein Hadith mit all seinen unterschiedlichen Überlieferungen an einer Stelle in sein Werk aufzunehmen, hat er solche Hadith an verschiedenen Stellen wiederholt und somit aufgezeigt, dass aus demselben Hadith mehrere Urteile (ahkam) und praktische Schlussfolgerungen abgeleitet werden können.

Tatsächlich hat sein in mehreren Aspekten hervorragendes Werk viel Beachtung in islamischen Wissenschaftskreisen und in der muslimischen Bevölkerung gefunden. Es wurden mehr als zweihundert wissenschaftliche Arbeiten über sein Werk angefertigt.

2. Muslim und sein Werk

 

Muslim b. Haddschadsch al-Kuschayri wurde im Jahre 200 der Hidschra in Neyshabur geboren. Er gehört dem berühmten arabischen Stamm Kuschayr an.

Über die Kindheit von Muslim ist nur wenig bekannt. Auch er hat sein Leben wie Bukhari den Hadith gewidmet und reiste dafür in die Wissenszentren seiner Zeit. Er reiste für sein Studium auf die arabische Halbinsel, nach Ägypten, Iran, Syrien, Mesopotamien und Turkistan.

Muslim lernte gegen Ende seines Lebens auch Bukhari kennen und würdigte dessen Wissen. Er starb im Jahre 261 H (874 n. Chr.).

Imam Muslim hat im Bereich der Hadithwissenschaften sehr viele Werke verfasst. Ohne Zweifel ist das berühmteste dieser Werke das zweite Buch der Kutub as-Sitta mit dem Titel Dschami as-Sahih. Das Werk beinhaltet 4.000 Hadith, welche aus 300.000 Hadith ausgewählt und nach Themen geordnet wurden. Muslim hatte gesagt, dass er nur solche Hadith in sein Buch aufgenommen hatte, deren Vertrauenswürdigkeit und Echtheit von den Gelehrten allgemein akzeptiert war.

Muslim hat der Sammlung und Auflistung von unterschiedlichen Überlieferungen (riwaya) von einem Hadith große Aufmerksamkeit gewidmet und war dabei sehr erfolgreich. Die Anordnung der Hadith im Sahih von Muslim wird allgemein deren des Sahih von Bukhari vorgezogen. Muslim erklärte außerdem in einer Einführung manche Kriterien für die Aufnahme der Hadith in sein Werk.

3. Tirmidhi und sein Werk

 

Abu Isa Mohammed b. Isa b. Sawra wurde im Jahr 209 H (827 n. Chr.) in Tirmidh geboren.

Zum Erlernen von Hadith unternahm Tirmidhi Reisen zu verschiedenen Zentren der Gelehrsamkeit wie Arabien, Mesopotamien, Iran und Khorasan. Er begegnete auf seinen Reisen Meistern dieser Wissenschaft wie Bukhari, Muslim und Abu Dawud. Er verstarb im Jahr 279 H (892 n. Chr.) in Tirmidh.

Der weithin wegen seines hervorragenden Gedächtnisses bekannte Tirmidhi ist auch Verfasser von Werken zu verschiedenen Unterkategorien der Hadithwissenschaft. Sein als der Sunan at-Tirmidhi berühmtes Werk mit dem Namen Dschami as-Sahih wird nach einhelliger Meinung der Gelehrten als ein Buch der Kutub as-Sitta akzeptiert.

Tirmidhi ordnete sein Werk nach den Themen der Fiqh (islamischen Rechtswissenschaft) an. In seinem Buch sind ungefähr 4000 Hadith enthalten. Tiefgründig erforschte er die Überlieferer in der Überlieferungskette, versuchte den Zuverlässigkeitsgrad der Hadith zu bestimmen und zeigte auf, welche Urteile islamische Rechtswissenschaftler aus den Hadith abgeleitet hatten. Nahezu nach jedem Hadith führte er seine Bewertung zu diesem an.

Tirmidhi sagte über sein eigenes Werk: „Wenn jemand dieses Werk in seinem Haus hat, so ist dies, als wäre dort ein sprechender Prophet."

4. Abu Dawud und sein Werk

 

Abu Dawud Mohammed b. Sulayman b. Ishaq b. al-Azdi as-Sidschistani wurde im Jahre 202 der Hidschra in Sidschistan geboren.

Nach seinem ersten Studium hat er wissenschaftliche Reisen nach Neyshabur, Kufa, Khorasan, Arabien, Mesopotamien, Iran, Syrien und Ägypten gemacht. Im Jahre 275 H (888 n. Chr.) starb er in Basra.

Abu Dawud hat sehr viele Werke verfasst. Das berühmteste dieser Bücher ist sein Sunan, das Hadith zu den Themen der Fiqh beinhaltet. Sein für die Hadithliteratur sehr bedeutendes Werk wird als das erste Buch der Gattung der Sunan akzeptiert. Es besteht aus 4800 Hadith, die er aus 500.000 Hadith in einer Zeitspanne von zwanzig Jahren ausgewählt hat.

Abu Dawud sagte: „Für kluge Menschen reichen sogar vier dieser Hadith" und nannte die folgenden: „Die Taten werden nach den Absichten bewertet", „auf das Unnützige (malayani) zu verzichten rührt aus der Vollkommenheit des Glaubens einer Person", „wer für seinen muslimischen Bruder nicht das wünscht, was er sich selbst wünscht, kann kein vollkommen Glaubender sein" und „das Erlaubte sowie das Verbotene ist (bereits) festgelegt."

Abu Dawud hat zu jedem Thema die vertrauenswürdigsten Hadith herangezogen. Er erwähnte auch die verschiedenen Überlieferungsvarianten. Obwohl er Hadith, welche von den Gelehrten als nicht authentisch abgelehnt worden waren, nicht in sein Werk aufgenommen hat, führte er doch einige von Fiqhgelehrten als Nachweis verwendete „schwache" (da‘if) Hadith in seinem Buch auf und zeigte ihre schwachen Stellen. Andere, seinen Informationen nach authentische Hadith, ließ er hingegen kommentarlos stehen.

Sein Sunan wurde mit der Zeit zum Lehrbuch für alle Gelehrten der Rechtsschulen.

5. Nasai und sein Werk

 

Abu Abdurrahman Ahmad b. Schuayb an-Nasâî (auch bekannt als Nasaî) wurde im Jahre 214 H (829 n. Chr.) in Nasâ geboren.

Nach seinen ersten Studien in seiner Heimat hat er Hadith von Gelehrten in Balkh, Irak, Damaskus und Ägypten erlernt. Er ist im Jahre 303 H (915 n. Chr.) gestorben.

Als einer der berühmtesten Hadithgelehrten seiner Zeit hat Nasai sein Werk Kitabu´s-Sunanu´l-Kabir, das vermehrt Hadith zur islamischen Rechtswissenschaft beinhaltet, selbst zusammengefasst, indem er nur die authentischsten Hadith daraus wählte und diesen den Namen al-Mudschtaba gab. Dieses in der Gattung der Sunan einzuordnendes Werk, al-Mudschtaba, wird einstimmig als ein Buch der Kutub as-Sitta akzeptiert.

Das als Sunanu´n-Nasai bekannte Werk al-Mudschtaba wird als dasjenige Buch der Sunangattung angesehen, das am wenigsten „schwache" Hadith beinhaltet. Nasai ist bekannt für seine besonders gründliche Kritik an den Überlieferern (Rawi). Er hat diese Gründlichkeit auch bei der Aufnahme der Hadith in sein Buch gezeigt. Eine seiner Eigenschaften ist auch das ungekürzte Wiederholen von Hadith, um damit selbst kleine Wortabweichungen unter den Hadith aufzeigen zu können.

6. Ibn Madscha und sein Werk

 

Abu Abdullah Mohammed b. Yazid b. Abdullah Ibn Madscha al-Qazwini wurde im Jahre 209 der Hidschra in Qazvin geboren.

Wie die zeitgenössischen Gelehrten hat auch Ibn Madscha Reisen in die Zentren der Gelehrsamkeit seiner Zeit, nach Iran, Mesopotamien, Arabien, Syrien und Ägypten unternommen. Er starb im Jahr 273 H (886 n. Chr.).

Das berühmteste Werk von Ibn Madscha, der auch verschiedene Werke zu Themen wie Tafsir, Hadith und Geschichte verfasst hat, ist sein Sunan, der als sechstes Buch der Kutub as-Sitta akzeptiert wird.

Sein ungefähr 4000 Hadith enthaltendes Werk Sunan ist aus Sicht der Anordnung, des Auslassens von Wiederholungen und seiner Kürze besonders wertvoll. Daneben gibt es auch Gelehrte, die aufgrund einiger darin enthaltenen schwachen Hadith das Werk Muwatta von Imam Malik oder den Sunan von Darimi als das sechste Buch der Kutub as-Sitta nennen. Trotzdem akzeptiert die Mehrheit den Sunan von Ibn Madscha als das sechste Buch.

Einige Eigenschaften der Kutub as-Sitta

 

  • In die Kutub as-Sitta aufgenommene Hadith werden als überwiegend authentisch (sahih) bewertet. Obwohl die Verfasser die Aufnahme von größtenteils echten Hadith in ihre Werke zum Ziel erklärt hatten, hat keiner von ihnen die Behauptung aufgestellt, alle authentischen Hadith in ihren Büchern gesammelt zu haben. Die Existenz von weiteren echten Hadith, welche nicht in die Kutub as-Sitta aufgenommen wurden, ist eine unbestreitbare Realität.
  • Als erster hat es sich Bukhari zur Aufgabe gemacht ein Werk zu verfassen, das nur authentische Hadith beinhaltet, und dies verwirklicht. Die anderen Gelehrten folgten ihm auf diesem Weg.
  • Bei einer allgemeinen Bewertung der aufgenommenen Hadith und deren Quellen können die Werke von Bukhari und Muslim an erster, und die Werke von Abu Dawud, Tirmidhi, Nasai und Ibn Madscha an zweiter Stelle genannt werden. Gleichwohl ist es möglich, dass man trotz dieser allgemeinen Vorrangstellung von Bukhari und Muslim bei der Bewertung und Analyse von einzelnen Hadith zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann. Die Vorrangstellung des Sahih von Bukhari oder die Platzierung des Sunan von Ibn Madscha an letzter Stelle gilt nicht für jedes einzelne Hadith in diesen Werken.
  • In dem nach Themen geordnetem Werk al-Kutub as-Sitta werden alle Hadith zu einem bestimmten Thema gesammelt und unter einer Überschrift aufgelistet. Daneben haben die einzelnen Verfasser eigene Methoden zur Anordnung der Hadith angewendet.
  • Alle sechs Verfasser der Kutub as-Sitta lebten im 3. Jahrhundert der Hidschra. Außer Nasai (gest. 303H /915 n.Chr.) haben alle Verfasser Bukhari erlebt und waren für kurze oder längere Zeit seine Schüler. Somit waren sie alle Zeitgenossen und unter den meisten von ihnen gab es eine Lehrer-Schüler-Beziehung.
  • Nahezu alle Verfasser der Kutub as-Sitta haben Werke zu den Biografien der Überlieferer (Rawi) geschrieben, welche Hadith tradiert hatten. Sie haben die Überlieferer auch selbst recherchiert und kritisiert.
  • Die Autoren der Kutub as-Sitta haben in der Zeit der gütigen und großzügigen Kalifen keinerlei Förderung oder Hilfe in Anspruch genommen und hegten diesbezüglich auch keine Erwartungen.
  • In der Kutub as-Sitta kommen die Eigenschaften der einzelnen Bücher zusammen und ergeben so sowohl aufgrund des Materials als auch aus methodischer Sicht eine ganze Hadithsammlung. Die sechs Bücher vervollständigen sich folgendermaßen: Wer nach Informationen zur Rechtswissenschaft (Fiqh) sucht, findet sie bei Bukhari; wer nähere Erläuterung sucht, findet diese bei Muslim; wer mehr Informationen zur Hadithüberlieferung sucht, findet sie in Tirmidhi´s Dschami; wer nur Hadith zur Fiqh sucht, findet sie im Sunan von Abu Dawud; wer aber eine vollkommene Anordnung der Hadith nach den Fiqh-Themen sucht, kann diese im Sunan von Ibn Madscha finden. Bei Nasai wiederum sind all diese Eigenschaften zusammen vorzufinden.
  • Keiner der Verfasser der Kutub as-Sitta ahmte eine Fiqh-Rechtsschule nach.

Die Bedeutung der Kutub as-Sitta in der Hadithwissenschaft

 

Die Kutub as-Sitta bringt die Materialien der Sunna, eine der beiden fundamentalen Quellen der islamischen Religion, hervor und beinhaltet  die authentischsten Hadith. Diese Werksammlung wurde seit ihrer Niederschrift bis in die Gegenwart von den Hadithgelehrten in jedem Jahrhundert mit großem Interesse aufgenommen. Somit hat sie ihren unschätzbaren Stellenwert in der Hadithwissenschaft eingenommen. Der Ruhm dieser Bücher stammt vorrangig aus dem Ziel der jeweiligen Verfasser, Werke mit authentischen Hadith zu schreiben.

Wenn die Eigenschaften und Besonderheiten der einzelnen Werke in der Kutub as-Sitta zusammengefasst werden, kommt sowohl aus der Sicht des Materials als auch aus methodischer Sicht eine ganze, unermesslich reiche Hadithsammlung zustande. Die einzelnen Bücher vervollständigen sich sowohl inhaltlich als auch methodisch und ermöglichen somit in großem Maße das Erlernen der Sunna des Propheten. Diese Werke bilden auch die Grundlage und die Quelle für die Informationen und die Kenntnisse zum Leben, den Aussagen und Handlungen des Propheten.

Die enorme wissenschaftliche Ernsthaftigkeit und Gründlichkeit der Verfasser der Kutub as-Sitta hat die große Akzeptanz dieser Bücher in Wissenschaftskreisen sichergestellt. Über jedes dieser Bücher wurden zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen gemacht.

Neben der Tatsache, dass diese sechs wertvollen Bücher unter Verwendung bereits gesammelter Hadithtexte zusammengestellt wurden, sind sie die Früchte des goldenen Zeitalters der Hadithwissenschaft und beeinflussten jede spätere Hadithforschung, indem sie selbst eine wichtige, originale Quelle für diese wurden. In ihrer vorhandenen Form haben diese sechs Werke den höchsten Rang in der Hadithwissenschaft erlangt und mit ihren unterschiedlichen Besonderheiten die Anerkennung aller Islamgelehrten verdient.

Die Autoren der Kutub as-Sitta, die durch das Verfassen dieser Werke einen unermesslichen Beitrag zur Hadithwissenschaft geleistet haben, wurden und werden von den Islamgelehrten mit großer Hochachtung gewürdigt.

 

Literatur

 

- Çakan, İsmâil Lütfi, Anahatlarıyla Hadis, İstanbul 1999.

- Çakan, İsmâil Lütfi, Hadis Edebiyâtı, İstanbul 2003.

- Kandemir, Yaşar, "Kütüb-i Sitte", Türkiye Diyânet Vakfı İslâm Ansiklopedisi, c. XXVII

- Koçyiğit, Talat, Hadis Târihi, Ankara 1977.

- Jiaerfu, Atauxi. Kütüb-i Sitte Müelliflerinin Müştereken Hadis Aldıkları Hocalar, İstanbul 1998 (unveröffentlichte Magisterarbeit)


 

 

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